Ivan Radosevic erklärt: Zweite Meinungen für bessere Aufgabenpriorisierung

Ivan Radosevic zeigt, wie das Einholen externer Perspektiven die Qualität der Aufgabenpriorisierung deutlich verbessert und zu besseren Entscheidungen führt.

Die Priorisierung von Aufgaben gehört zu den anspruchsvollsten Herausforderungen im Management. Ivan Radosevic, erfahrener Berater für Leadership und effektives Zeitmanagement, setzt dabei auf eine oft unterschätzte Methode: das systematische Einholen zweiter Meinungen. Der Experte erläutert, wie dieser Ansatz funktioniert und warum er so wirkungsvoll ist. Seine Empfehlungen basieren auf der Erkenntnis, dass auch erfahrene Führungskräfte von einem frischen Blick auf ihre Prioritäten profitieren. Die Methode erfordert keine aufwendigen Prozesse, sondern lässt sich einfach in den Arbeitsalltag integrieren und zahlt sich durch bessere Entscheidungen aus.

Die Grenzen der Selbsteinschätzung

Jeder kennt die Situation: Der Schreibtisch ist voll, die To-do-Liste lang, und gefühlt ist alles dringend und wichtig. In solchen Momenten fällt es selbst erfahrenen Führungskräften schwer, objektiv zu beurteilen, welche Aufgaben wirklich Priorität haben. Ivan Radosevic hat in seiner Beratungspraxis immer wieder beobachtet, dass Menschen dazu neigen, in bestimmten Denkmustern zu verharren und dabei wichtige Aspekte zu übersehen.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Manchmal ist man zu nah an einem Thema dran, um noch klar zu sehen. Emotionale Bindungen an bestimmte Projekte können das Urteilsvermögen beeinflussen. Oder man hat sich bereits so sehr auf eine bestimmte Reihenfolge festgelegt, dass alternative Perspektiven ausgeblendet werden. Der Management-Experte macht deutlich, dass diese Phänomene völlig normal sind und selbst die kompetentesten Fachleute betreffen.

Warum externe Perspektiven so wertvoll sind

Eine zweite Meinung bringt genau das ein, was in der Selbsteinschätzung oft fehlt: Distanz und Objektivität. Menschen, die nicht täglich mit den gleichen Aufgaben befasst sind, sehen Zusammenhänge anders. Sie stellen Fragen, die einem selbst nicht in den Sinn gekommen wären. Ivan Radosevic aus Frankfurt betont, dass genau diese frische Sichtweise der entscheidende Mehrwert ist.

Dabei geht es nicht darum, die eigene Kompetenz infrage zu stellen. Im Gegenteil: Das bewusste Einholen externer Perspektiven ist ein Zeichen von Stärke und Professionalität. Diese Haltung unterscheidet erfolgreiche Führungskräfte von denjenigen, die an starren Vorstellungen festhalten.

Die Methode von Ivan Radosevic im Detail

Der Ansatz, den der erfahrene Berater empfiehlt, ist denkbar einfach und lässt sich ohne großen Aufwand umsetzen. Er basiert auf drei Grundprinzipien: der bewussten Auswahl der richtigen Gesprächspartner, der strukturierten Durchführung des Austauschs und der intelligenten Verarbeitung der gewonnenen Erkenntnisse.

Die richtige Person finden

Nicht jeder Kollege eignet sich gleichermaßen als Sparringspartner für Priorisierungsfragen. Ivan Radosevic rät dazu, Menschen zu wählen, die folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Vertrauenswürdigkeit: Die Person sollte diskret mit vertraulichen Informationen umgehen können
  • Erfahrung: Idealerweise verfügt sie über Expertise in ähnlichen Bereichen
  • Analytisches Denken: Sie sollte in der Lage sein, komplexe Zusammenhänge zu erfassen
  • Ehrlichkeit: Die Person muss bereit sein, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen

Der Management-Experte empfiehlt, sich einen festen Kreis von zwei bis drei Personen aufzubauen, an die man sich regelmäßig wenden kann. Diese müssen nicht zwingend aus dem gleichen Unternehmen stammen.

Der strukturierte Austausch

Damit das Einholen einer zweiten Meinung wirklich effektiv ist, sollte das Gespräch strukturiert ablaufen. Ivan Radosevic schlägt folgendes Vorgehen vor: Zunächst präsentiert man die aktuelle Aufgabenliste mit der eigenen Einschätzung der Prioritäten. Dabei ist es wichtig, nicht nur die Aufgaben zu nennen, sondern auch die Gedanken dahinter zu erläutern.

Im nächsten Schritt bittet man die andere Person um ihre Einschätzung. Dabei sollte man gezielt nachfragen: Welche Aufgaben würde sie anders priorisieren? Wo sieht sie Risiken, die man selbst möglicherweise übersehen hat? Der Führungsexperte betont, dass es in dieser Phase wichtig ist, wirklich zuzuhören und nicht sofort in eine Verteidigungshaltung zu verfallen.

Die Kunst der intelligenten Verarbeitung

Das Einholen einer zweiten Meinung ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, was man mit den gewonnenen Erkenntnissen macht. Ivan Radosevic aus Frankfurt warnt davor, jeden Vorschlag ungeprüft zu übernehmen. Ebenso wenig sollte man die Anregungen komplett ignorieren, nur weil sie nicht sofort einleuchten.

Prioritäten schärfen statt Liste verlängern

Ein häufiges Missverständnis beim Einholen externer Meinungen besteht darin, dass die Aufgabenliste länger wird. Genau das Gegenteil sollte das Ziel sein. Ivan Radosevic macht deutlich, dass es darum geht, die bestehenden Prioritäten zu schärfen und zu verfeinern, nicht um das Hinzufügen weiterer Aufgaben.

Wenn im Gespräch eine neue Aufgabe identifiziert wird, die tatsächlich wichtig ist, sollte gleichzeitig überlegt werden, welche andere Aufgabe dafür gestrichen oder zumindest nach hinten geschoben werden kann. Dieser bewusste Tausch stellt sicher, dass die Gesamtbelastung kontrollierbar bleibt.

Die Balance zwischen Beratung und eigener Entscheidung

Letztlich liegt die Entscheidung über die Priorisierung bei einem selbst. Die zweite Meinung ist ein wertvoller Input, aber keine verbindliche Anweisung. Der Management-Experte empfiehlt, sich nach dem Gespräch Zeit zu nehmen, um die Anregungen in Ruhe zu reflektieren. Manche Hinweise werden sofort einleuchten und zu unmittelbaren Anpassungen führen.

Praktische Umsetzung im Arbeitsalltag

Die Theorie klingt überzeugend – doch wie lässt sich dieser Ansatz konkret im hektischen Arbeitsalltag umsetzen? Ivan Radosevic hat dafür praktische Empfehlungen entwickelt, die sich auch bei hoher Arbeitsbelastung realisieren lassen.

Regelmäßige Routine etablieren

Am wirkungsvollsten ist die Methode, wenn sie zur festen Routine wird. Der erfahrene Berater empfiehlt, sich feste Zeitpunkte zu setzen – etwa einmal wöchentlich oder zu Beginn größerer Projekte. Diese Regelmäßigkeit hat mehrere Vorteile: Man entwickelt eine Übung darin, die eigenen Prioritäten zu reflektieren. Die Gesprächspartner können sich auf diese Termine einstellen.

Die Gespräche müssen dabei nicht lang sein. Ivan Radosevic aus Frankfurt betont, dass oft schon 20 bis 30 Minuten ausreichen, um wertvolle Impulse zu bekommen. Wichtiger als die Länge ist die Qualität des Austauschs und die Bereitschaft, wirklich zuzuhören.

Gegenseitigkeit pflegen

Besonders nachhaltig funktioniert diese Methode, wenn sie auf Gegenseitigkeit beruht. Wer regelmäßig andere um ihre Meinung bittet, sollte auch bereit sein, selbst als Sparringspartner zur Verfügung zu stehen. Ivan Radosevic beobachtet, dass solche wechselseitigen Austauschbeziehungen oft zu langfristigen Mentoring-Partnerschaften werden, von denen beide Seiten profitieren.

Die langfristigen Effekte

Die Methode der zweiten Meinung entfaltet ihre volle Wirkung erst über einen längeren Zeitraum. Ivan Radosevic berichtet von Führungskräften, die anfangs skeptisch waren, aber nach einigen Monaten konsequenter Anwendung deutliche Verbesserungen feststellten. Sie trafen bessere Entscheidungen, arbeiteten effizienter und fühlten sich sicherer in ihren Prioritätensetzungen.

Darüber hinaus entwickelt sich durch den regelmäßigen Austausch oft ein tieferes Verständnis für die eigenen Denkmuster. Man lernt, die eigenen blinden Flecken zu kennen und kann sie gezielt ausgleichen. Der Management-Experte fasst zusammen: Das Einholen zweiter Meinungen ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Es zeigt die Bereitschaft, kontinuierlich zu lernen und die eigene Arbeit zu verbessern. In einer komplexen Arbeitswelt ist diese Methode ein wertvolles Werkzeug für alle, die ihre Effektivität steigern möchten.